Das Photomodell

Auf ihrem Weg ins Showgeschäft arbeitete Marilyn Monroe zunächst als Photomodell. Sie wurde 1945 von dem Armeephotographen David Conover an ihrem Arbeitsplatz in einer Rüstungsfabrik entdeckt. Die ersten Photos erschienen Mitte 1945 im Magazin der U.S.-Army Yank. Ermutigt durch den Erfolg dieser Veröffentlichung, nahm sie Unterricht bei der Blue Book Modelling Agency in Hollywood und lernte dort, wie man sich vor einer Kamera bewegt. Einer ihrer ersten Aufträge endete am zweiten Tag. Sie wurde mit der Begründung, dass sie zu sexy sei und von den Kleidern ablenke, nach Hause geschickt. Ab 1947 jedoch lächelte ihr Bild weltweit von den Titelseiten der großen Magazine.

Marilyn Monroe blieb Zeit ihres Lebens ein beliebtes und erfolgreiches Photomodell. Sie arbeitete mit namhaften Photographen wie Richard Avedon, Alfred Eisenstaedt, Cecil Beaton, Milton H. Greene und Douglas Kirkland.

Sie ließ sich gern photographieren und hatte ein natürliches Talent, sich vor der Kamera in Szene zu setzen. Der Kamera war ihr Komplize, mit der sie flirtete und die sie manipulieren konnte. Die Photographen, mit denen sie gerne kokettierte, erzählten von der großen Lust, mit der Marilyn Monroe mit Bewegungen und Posen, mit Licht und Perspektiven spielte. Ihr Spaß an dieser Arbeit hinderte sie jedoch nicht daran, stets ihre schärfste Kritikerin zu sein und immer wieder nach Verbesserungsmöglichkeiten für die Ausdruckskraft ihrer Bilder zu suchen.

Gemeinsam mit dem Make-Up-Künstler Allan Whitey Snyder schuf sie ihr unverwechselbares Gesicht. Er war in fast allen ihren Filmen für ihr Make-Up zuständig und sorgte dafür, dass sie ihrem Image stets treu blieb. Von Natur aus eine Schönheit (Siehe Photo links.), benötigte sie keine kosmetischen Operationen. Mit 22 Jahren ließ sie sich von einem Kieferorthopäden ihre Zähne korrigieren (Zahnspange), und seit 1946 blondierte sie sich die Haare. Ihr tiefer Haaransatz auf der Stirn wurde zeitweilig (1948) mit einem Elektrolyseverfahren entfernt, die Haarkrause geglättet. Ein kleiner, gutartiger Knoten am Kinn (Atherom) wurde 1949 entfernt. Die Schwachstellen ihrer Schönheit, wie Nase (Kartoffelnäschen) und Ohren (zu groß), blieben unberührt und wurden mit einer speziellen Make-Up-Technik kaschiert.


Photositzung in Los Angeles, 1958.  Marilyn Monroes Maskenbildner Allan Whitey Snyder kümmert sich um das Make-Up.

Ihre letzte Photositzung hatte sie am 6. Juli 1962. Allan Grant photographierte sie für die Zeitschrift Life, der sie auch ihr letztes Interview gab.

Text:
© 2008 Peter Schnug

Quelle:
The Unabridged Marilyn by Randall Riese and Neal Hitchens, RGA Publishing Group, New York, USA, 1987

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