So starb die Monroe

Marilyn Monroe hatte in der Nacht vom 4. auf den 5. August 1962 nicht mit einer Überdosis Schlaftabletten den Freitod gewählt. Sie kam durch die verordnete, regelmäßige Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten ums Leben, die sich nicht miteinander vertragen. Sie starb an einem plötzlichen Tod, bedingt durch einen Schock, einer Bewusstlosigkeit, ausgelöst durch die gefährliche Wechselwirkung eingenommener Medikamente, die Ärzte ihr verordnet hatten.

Marilyn Monroe litt nicht unter einer berufsbedingten Krise, welche bei ihr eine psychische Labilität ausgelöst haben soll. Noch heute wird behauptet, sie sei von der Produktionsgesellschaft, der 20th Century Fox, fristlos entlassen worden. Das war zum Zeitpunkt ihres Todes nicht der Fall. Im Frühsommer 1962 hatte sie eine harte, geschäftliche Auseinandersetzung mit eben dieser Produktionsgesellschaft gehabt. (1) Wenige Tage vor ihrem Tod war es aber zu einer Aussprache und erneuten Vertragunterzeichnung (mit verbesserten Konditionen zu ihren Gunsten) gekommen. Die Dreharbeiten zu dem schon begonnene Film SOMETHINGS GOT TO GIVE sollten im Oktober 1962 beendet werden. Marilyn war also gut im Geschäft. Außerdem gab es Pläne für einen neuen Film. Dieser Film (I Love Louisa) sollte ebenfalls in Zusammenarbeit mit der 20th Century Fox entstehen. (2)


Marilyn Monroe im Mai 1962. Kostüm-, Makeup- und Hairstyling-Photo für den Film Somethings Got to Give. Sie ist schön wie eh und je. Ein über viele Jahre bestehender, schwerer Narkotikamissbrauch ist nicht zu erkennen. Die nach ihrem Tod durchgeführte Autopsie zeigte eine gesunde Leber, welche nicht auf langjährigen Alkoholismus hinwies.

Im Frühjahr 1960 begab sich Marilyn Monroe wegen körperlicher Erschöpfungszustände und persönlichen Problemen in ärztliche Behandlung. Aber anstatt mit ihr zusammen Schritt für Schritt diese Probleme mit einer entsprechenden Therapie zu bewältigen, versorgten die Ärzte sie immer mehr mit starker, beruhigender und einschläfernder Narkotika. Es ist fraglich, ob die Ärzte ihr nach den Geboten der ärztlichen Ethik halfen. Umbringen wollte Marilyn Monroe sich nie. (3)

So lässt sich der plötzliche Tod von Marilyn Monroe in der Nacht vom 4. auf den 5. August 1962 zusammenfassen:

Am 25. Juli sollte Marilyn Monroe das schon länger eingenommene Medikament Nembutal auf Anweisung ihres Arztes (Psychiater) absetzen. Sie bekam von ihm das andere, ebenso wirksame, aber sanftere Schlafmittel Chloralhydrat verschrieben. Von einem anderen Arzt (Internist) wurde sie aber weiterhin mit Nembutal behandelt und noch am 3. August verordneten dieser es ihr nochmals zusätzlich. (4) Diese beiden Medikamente können zusammen schon bei einer normalen Tagesdosis, eingenommen über einen längeren Zeitraum, toxisch und somit tödlich wirken! In dieser Mischung verlangsamen sie den Herzschlag, erniedrigen erheblich den Blutdruck, blockieren Funktionen des vegetativen Nervensystems und können somit eine Lähmung des Atemzentrums verursachen. (5)

Bei einem Schock wird normalerweise automatisch das Hormon Adrenalin im Körper ausgeschüttet. Dadurch werden blitzartig lebenswichtige Funktionen aktiviert. Bei einer Blockade des vegetativen Nervensystems, wie sie durch das Zusammenspiel von Nembutal und Chloralhydrat verursacht wird, funktioniert diese von der Natur gegebene Überlebensfunktion nicht mehr.


Marilyn Monroe kurz nach dem sie in der Nacht vom 4. auf den 5. August 1962 in ihrem Haus in Brentwood, Los Angeles gestorben war. Diese Foto wurde von der Polizei gegen 5:00 Uhr aufgenommen. Eine schleichende Medikamentenvergiftung führte zu einem Schock, komatösen Zustand und Atemstillstand.

Marilyn Monroes Haushälterin informierte die Ärzte (Psychiater und Internist) um 3:30 Uhr per Telefon. Der Tod wurde um 3:50 Uhr festgestellt. Sie starb auf dem Bauch liegend, mit dem Telefonhörer in der linken Hand. Bevor die Polizei gegen 4:35 Uhr eingetroffen war, hatten die Ärzte sie auf den Rücken und den Telefonhörer bei Seite gelegt. Der Telefonhörer ist ein Hinweis darauf, dass sie noch im Schockzustand versucht hatte Hilfe zu rufen.

Bei der Autopsie fand man im Blut und in der Leber hohe Konzentrationen der verschriebenen Wirkstoffe. Nembutal und Chloralhydrat bauen sich im Körper nur langsam ab. Marilyn Monroe befand sich also schon seit mehreren Tagen in einer gefährlichen Situation. Zwar war sie durch die Gewöhnung an die Medikamente in einer kontrollierten körperlichen Verfassung, doch waren ihre Organe innerlich schon von den Medikamenten angegriffen. Wie eh und je war sie wunderschön und attraktiv. Das zeigen Fotos, die wenige Tage vor ihrem Tod aufgenommen wurden.

Die Monroe hatte kurz vor ihrem Tod nicht übermäßige viele Tabletten eingenommen. Die Konzentration der Wirkstoffe die zum Tode führte, im Blut und in den Abbauprodukten der Leber nachgewiesen, war sehr viel geringer als wenn Marilyn Monroe alle vorhandenen Medikamente eingenommen hätte. Bei einem Freitod durch Tabletten nehmen Patienten üblicherweise die gesamte Menge der vorhandenen Tabletten ein. (6)

Später füllte die Phantasie der Autoren über 120 Biographien zu diesem Thema. Diese Bücher sind voller Mutmaßungen. Gleichzeitig treten in spektakulären TV-Shows und TV-Dokumentationen bis heute immer wieder sogenannte "Zeugen des Todes" auf, welche für hohe Gagen Lügen über den Tod von Marilyn Monroe verbreiten. Dazu gehören auch so obskure Behauptungen wie die Monroe sei durch die Kennedys, das FBI oder die CIA, die amerikanische Mafia, Fidel Castro, die Stasi oder den KGB ermordet worden.

1982 wollte die Staatsanwaltschaft in Los Angeles aufgrund der vielen Anschuldigungen den Fall Marilyn Monroe endlich klären. War es wirklich Mord?


Die Sterbeuhrkunde der Marilyn Monroe wurde am 28. August 1962 ausgestellt. Der Amtsarzt trug als Todesursache "Wahrscheinlich Suizid" ein.

Bei den Vorbereitungen der vorgesehenen Anklage war aber in dieser nun ernsthaften, gerichtlichen Angelegenheit niemand der vielen, unglaubwürdigen, selbsternannten, angeblichen "Zeugen des Mordes" bereit, unter Eid vor Gericht oder als Kronzeuge auszusagen. So wurde der Fall entgültig zu den Akten gelegt.


Text:
© 2008 Peter Schnug

(1) Marilyn Monroe hatte im Frühsommer 1962 eine hartnäckige Bronchitis und einen damit verbunden Strinhölenkatar. Sie konnte deshalb nicht regelmäßig arbeiten. So kam es zu einem Streit mit der 20th Century Fox, da sich dadurch die laufenden Produktionskosten für den Film SOMETHINGS GOT TO GIVE erhöht hatten.

(2) Den gesamten Sommer 1962 war Marilyn Monroe beruflich sehr ausgelastet. Da waren nicht nur die Dreharbeiten zu dem Film SOMETHINGS GOT TO GIVE und ihr berühmter Auftritt bei der Kennedy Geburtstagsgala in New York. Drei große Photositzungen (z.B. für die Zeitschrift Voge), ein wichtiges, langes Interview mit der Zeitschrift Life, sowie eine von ihr und ihrem Management groß angelegte PR-Kampagne zur Imageveränderung brachten Sie weltweit auf alle Titelseiten der wichtigsten und großen Magazine. Die Monroe war auf dem besten Wege sich von ihrem Image der dummen, naiven, sexy Blondine zu trennen, um sich in eine erwachsene, natürliche, erotische Frau zu verwandeln. Dazu kam eine Auszeichnung mit dem Golden Globe als "beliebteste Schauspielerin der Welt" im März 1962. Die Monroe war im Sommer 1962 nicht wie oft behauptet am Ende ihrer Karriere. Ganz im Gegenteil.

(3) Es gib auch keine gültigen Beweiß dafür, dass Marilyn Monroe mehrfach den Freitod in ihrem Leben angekündigt bzw. versucht hatte, um sich dadurch z.B. die Liebe eines anderen Menschen zu erzwingen. Kam es in ihrem Leben (im hier betreffenden Zusammenhang) zu lebensbedrohlichen Situationen, handelte es sich immer um Überdosierungen von verschreibungspflichtigen Medikamenten, was einem Unfall gleich kommt.
Gleichzeitig  muss gesagt werden, dass es zu dieser Zeit gerade in Hollywood als modern und fortschrittlich galt, tägliche, nervöse Auffälligkeiten mit den damals neu entwickelten Medikamenten (Tranquillizer w.z.B. Valium und Librium oder auch das Schlafmittel Chloralhydrat) bequem zu bekämpfen. Die Gefährlichkeit bei langfristiger Einnahme solcher Medikamente war der breiten Masse der Bevölkerung nicht bekannt. Eine Aufklärung dazu, wie wir sie heute kennen, gab es damals nicht. Heutzutage scheint das lächerlich bzw. unverständlich.

(4) In der Dokumentation MARILYN MONROE - THE FIANL DAYS sprach Marilyn Monroe's Internst 2001 zum ersten mal in der Öffentlichkeit über seine ehemalige Patientin Marilyn Monroe. Dort stellt er fest, das die Monroe seit Jahren an einer "manischen Depression" erkrankt war. Deshalb habe er ihr das Medikament Nembutal verschrieben. Nembutal ist ein stark wirksames Barbiturat (Schlafmittel) und bei dieser Erkrankung völlig unangebracht. Schon zu dieser Zeit gab es auf dem Markt die richtigen, entsprechenden Medikamente. Eine "manische Depression" ist eine heimtückische Stoffwechselerkrankung des Gehirns und wird mit Antidepressiva (damals Amitriptilyn) und Lithium behandelt. Die falsche Behandlung ist ein unwiderruflicher, ärztlicher Kunstfehler.
Um sich seiner Verantwortung zu entziehen behauptet er in dieser Dokumentation die Monroe habe sich das zum Tode führende, verschreibungspflichtige Schlafmittel Chloralhydrat in Mexiko auf dem schwarzen Markt besorgt. Es ist kaum vorstellbar, dass der Arzt nicht gewusst haben will, dass Marilyn Monroe von ihrem, ihm nahestehenden Psychiater mit diesem Schlafmittel behandelt, versorgt wurde. Wenngleich auch diese, medikamentöse Behandlung aus ärztlicher sicht falsch ist.

(5) Zu den damals verschriebenen Medikamenten gehörte auch noch ein starkes Antihistamin, welches Marilyn Monroe wegen einer Sinusitis verordnet wurde. Antihistamine haben ebenfalls eine Wirkung auf das zentrale Nervensystem. Sie beruhigen und wirken einschläfernd. Vor allen Dingen die damals bekannten Antihistamininka.

(6) Wo bis zum Eintreffen der Polizei die vielen, erst kürzlich verschriebenen Medikamente geblieben waren, konnte nicht geklärt werden. Bei der Autopsie wurde festgestellt, dass Marilyn Monroe diese nicht alle eingenommen hatte.

Quellen:
- Marilyn Monroe, Death Report, Los Angeles Police Department, USA, 6. August 1962
- Marilyn Monroe, Autopsy Report, T. Noguchi, M. D. Deputy Medical Examiner, Los Angeles County Coroner, USA, 13. August 1962
- Marilyn Monroe, Certificate of death, State of California, Department of Public Health, Los Angeles, USA, 28. August 1962
- Telefoninterviews (1992 bis 1994) mit Evelyn Moriarty - Lichtdouble und Bekannte von Marilyn Monroe in den Jahren 1960 bis 1962
- Arzneimittel-Kompendium der Schweiz von Leo Stratz, www.kompendium.ch, Documed AG, Schweiz, 2001
- TV-Dokumentation, Say goodby to the President, BBC, GB, 1987 und 1997
- TV-Dokumentation, The Marilyn files, PVI Video, USA, 1991
- TV-Dokumentation, Marilyn:Somethings got to give, Fox Entertainment News, USA, 1992
- TV-Dokumentation, Marilyn Monroe - The Final Days, Fox Entertainment News, USA, 2001
- Bittere Pillen von Kurt Langbein, Hanns-Peter Martin, Hanns Weiss, Kiepenheier & Witsch, Deutschland, 1983
- Handbuch für Selbstmörder von Herbert Bleitner, Annoportas Verlag, Deutschland, 1968
- Peter Lawford - The man who kept the sekrets by James Spada, Bantam Books, USA, 1991
- Marilyn Monroe by Donald Spoto, HarperCillons Publishers, Inc., New York, USA, 1993

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